Faroderm® Curette Einsatzbereiche

Die Faroderm Derma-Curette (Ringcurette, Ringskalpell) ist charakterisiert durch eine Rundklinge mit verschiedenen Durchmessern. Sie ist extrem scharf und gewährleistet dadurch eine präzise und schonende Gewebeentfernung/ Curettage. Sie ist prädestiniert für den medizinischen Gebrauch, wird aber inzwischen sehr gerne auch anderweitig eingesetzt, wie in der Fußpflege, Nagelpflege, Entfernen von Nagelhaut und auch Ausbesserung in der Nagelmodelage.
Die einseitig und extrem scharf geschliffene Schnittkante aus gehärtetem Edelstahl ermöglicht eine optimale Kürettage bei zu entfernendem Gewebe.

Die Faroderm Curette eignet sich z. B. für die Curettage von:

· Basalzellkarzinomen
· vulgären Warzen
· seborrhoischen Warzen
· Mollusca contagiosa
· Solaren Keratosen
· epidermalen Nävi
· Nävus sebaceus

Sowie zur
· zur Gewebsentnahme f. diagnost. Zwecke
· zum chirurgischen Debridement

Anwendungstechnik

Die Curettage mit der Ringkürette ist ein horizontales, tangential zur Hautoberfläche geführtes Operationsverfahren.
Die am häufigsten angewendete Art der Anwendung ist die sog. Füllfederhalter-Technik.
In Abhängigkeit vom Winkel des Curettengriffs zur Hautoberfläche  werden bei einem Winkel von 40-45 Grad und mäßigem Druck mehr oberflächlich gelegene
Veränderungen entfernt.
Durch den ausgeübten Druck kann relativ exakt die Tiefe der zu entfernenden Veränderung determiniert werden. Die Curettage sollte, um zufriedenstellende Gewebeproben zu erhalten im Verlauf der Hautspannungslinien (relaxed skin tension lines) erfolgen.
Eine initiale Vorbehandlung der Keratosen z. B. mit Vereisung ist nicht notwendig. Für eine repräsentative Histologie werden zunächst die klinisch suspektesten Stellen kürettiert. Dabei wird die Curette mit einer festen kratzenden Bewegung direkt vom distalen Rand durch das Zentrum bis an den proximalen Rand geführt. Die topische Blutstillung erfolgt mit Eisen-III-chlorid oder Aluminiumchloridlösung.
Postoperativ wird in der Regel kurzzeitig ein steriler Verband angelegt. Selten kommen lokalantiseptische Lösungen zum Einsatz. Das in der Regel in einem Streifen gewonnene Biopsat wird in die Histologie gegeben.

Anwendungsgebiete

· Basalzellkarzinomen
· vulgären Warzen
· seborrhoischen Warzen
· Mollusca contagiosa
· Solaren Keratosen
· epidermalen Nävi
· Nävus sebaceus

Sowie zur
· zur Gewebsentnahme f. diagnost. Zwecke
· zum chirurgischen Debridement

Gerade bei Patienten im fortgeschrittenen Alter mit extrem lichtgeschädigter Haut, multiplen aktinischen Keratosen und bereits mehrfach exzidierten Plattenepithelkarzinomen hat sich die Curettage mit der Ringkürette bewährt.
Bestätigt sich histologisch der Übergang einer aktinischen Keratose in ein beginnendes Plattenepithelkarzinom, so wird die entsprechende Stelle kurzfristig nachkontrolliert. Bei einem Rezidiv in loco muss großflächig nachexzidiert werden.
Gibt der Histologe bereits das Bestehen eines infiltrativ wachsenden Spinalioms an, erfolgt in einer darauf folgenden zweiten Sitzung die histologisch kontrollierte Exzision des kürettierten Bereiches mit lückenloser Darstellung der gesamten Schnittränder des Exzidats.

 

Was ist besser?
„Scharfer Löffel“ oder Ringcurette 

Es gibt viele Euphemismen. Der Begriff „scharfer Löffel“ ist einer davon, denn häufig ist es mit der Schärfe dieses Instruments nicht weit her. Zwar kann durch entsprechenden Druck auch mit einem stumpfen „Scharfen Löffel“ größere, zusammen hängende Gewebestücke abtragen (v.a. bei Einsatz der „Kartoffelschäler-Technik“), öfter jedoch resultieren winzige Gewebefragmente, die eine sichere histopathologische Diagnose kaum noch erlauben. Dies ist nicht unwichtig, denn bei Kürettagen unter dem Verdacht auf eine seborrhoische Dermatose werden in 5 Prozent der Fälle maligne Tumore festgestellt. Auch die Unterscheidung von solaren Keratosen und oberflächlichen Anteilen eines invasiven Plattenepithelkarzinoms ist anhand kleinster Gewebefragmente nicht möglich. Und bei Kürettage eines melanozytären Nävus erlauben stark fragmentierte Gewebestücke nur selten den sicheren Ausschluss eines malignen Melanoms. Sehr viel günstiger sind die Resultate, wenn die oberflächliche Abtragung mit einem wirklich scharfen Instrument erfolgt (wie zum Beispiel mit der scharfen Ringcurette). Anstelle kleiner Gewebefragmente erhält man dann einen repräsentativen Tumorausschnitt, anhand dessen eine zuverlässige Diagnose gestellt werden kann.

Scharfer Löffel vs. Curette
Scharfer Löffel vs. Curette

 

 

 

 

 

aus: pink & blue, Zeitschrift des Zentrums für Dermatopathologie, Freiburg 7:11, 1999